home-icon
de | en

Die fremden

Thomas Schütte, documenta 9, 1992

Von der documenta 9 stammen die 3 Figuren auf dem Säulenportal. Der deutsche Künstler Thomas Schütte hat 1992 hier sein aus Keramik glasiertes Kunstwerk „Die Fremden“ platziert. Ursprünglich waren es 12 Figuren und Gegenstände wie Einkaufstaschen, Gefäße, Koffer.

Die Figuren stehen abseits vom Friedrichsplatz, dem zentralen Ort des Geschehens und wirken auch in ihrer Machart abseits stehend. Geschlossen, so als ob sie gefangen wären, halten sie die Arme eng am Körper. Sie schauen mit traurig gesenktem Blick im Stillstand auf uns herab, ohne uns wirklich zu erreichen.

Hier geht es um ein Menschenbild, um Leute, die am Rande des Abgrundes stehen, ausgeschlossen, stumm beobachtend. Ein Symbol dafür, dass sie auch am Rande der Gesellschaft stehen - man beachte den Titel „Die Fremden“.

Sie sind in Ort und Ausdruck am Rande stehend und verweisen damit auf ein Phänomen unserer Zeit. Bezogen auf einen politischen Kontext, formuliert sich hier die brisant geführte Debatte um das Asylrecht, dem Schütte mit sensibler Wachsamkeit und Ironie begegnet. Darüber hinaus stehen die Figuren im Kontext mit den Figuren auf dem Fridericianum. Dort die ehrwürdigen Repräsentanten von Kultur und Wissenschaft und hier die Ausgegrenzten an gleicher Stelle.

Die verbleibenden Figuren des Kunstwerkes „Die Fremden“ wurden vom Leffers-Konzern für 210.000 DM gekauft und der Stadt geschenkt, die restlichen Figuren gingen zurück nach Düsseldorf. Für sie war auf dem Dach des Roten Palais kein Platz, „sie hätten den Platz dominiert“, so Schütte. Das Rote Palais war ursprünglich die Stadtresidenz. Heute gehört es zum Modekaufhaus Leffers.

 
 
 

Diese Webseite verwendet Cookies. Mit der Nutzung der Seite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Einzelheiten entnehmen Sie bitte den DatenschutzbestimmungenOK