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Rückblick - documenta 14 (10.6.-17.9.2017 Kassel)

Große Kunst und kleine Geschichten: Tschüss, documenta!

Wenn der Parthenon der Bücher endgültig abgebaut ist, verschwindet eines der eindrucksvollsten Kunstwerke der 14. documenta für immer aus dem Stadtbild. Ob das auch für den Obelisken auf dem Königsplatz gilt, ist noch nicht sicher. Vielleicht darf er sich mit Himmelstürmer, Spitzhacke und vielen anderen Exponaten aus 60 Jahren documenta-Geschichte schon bald zur erlesenen Gruppe der Außenwerke zählen, die dauerhaft das Kasseler Stadtbild prägen.

Jeweils nur für einige Stunden wurde diese Ehre den „Wächtern der Zeit“ des österreichischen Künstlers Manfred Kielnhofer zuteil. Sie gehörten offiziell gar nicht zu den auf der documenta ausgestellten Werken und wurden daher von den Verantwortlichen bereits im Juni wieder entfernt – nur um dann an den unterschiedlichsten Orten in Kassel für kurze Zeit wieder aufzutauchen. Damit stießen die drei an sitzende Mönche erinnernden Figuren allerdings auf größeres Interesse als manch ein offizielles documenta-Kunstwerk.

Ebenfalls nur kurz bejubelt wurden die vier Wanderreiter, die im Rahmen der documenta 14 die rund 3.000 Kilometer von Athen nach Nordhessen hoch zu Ross zurückgelegt hatten. Am 9. Juli wurden sie bei ihrer Ankunft begeistert in der Kasseler City begrüßt. Wie auch in den vergangenen Jahrzehnten, gab auch diese documenta wieder Anstoß für zahlreiche Diskussionen und Kontroversen. Beispielsweise die Frage, ob die documenta nun wirklich in zwei Städten parallel stattfinden muss. Mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ lassen sich Fragen wie diese nur schwer beantworten. Denn sicher gab es viele gute Gründe für dieses Konzept des künstlerischen Leiters Adam Szymczyk – und genauso viele, die dagegen sprechen.

Aber wie auch immer man zu dieser Idee und den vielen, teils polarisierenden Kunstwerken stehen mag, die auf der documenta 14 zu sehen waren: In vielen von ihnen haben sich die brennenden Themen unserer Zeit widergespiegelt. Damit haben sie wichtige Denkanstöße geliefert – und auf diese Weise eine der vermutlich wichtigsten Aufgaben zeitgenössischer Kunst erfolgreich erfüllt. Und nicht zuletzt hat die documenta wieder einmal viele tausend Menschen aus aller Welt in Kassel zusammengeführt, die eine der weltweit größten Kunstschauen friedlich und fröhlich gemeinsam erlebt haben.

 

Impressionen der documenta 14

Weitere Rückblick-Informationen:

 

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